von Simone Gerdesmeier
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A Hole in My Heart

OmeU / SWE / 2004 / 98 min


R: Lukas Moodysson
D: Thorsten Flinck, Sanna Brading

Auf engstem Raum leben sie zusammen, Rickard, der Porno-Filmer, seine Darsteller Gecko und Tess und Rickards stiller, scheuer Sohn Erik, gescheiterte Existenzen allesamt. Im Taumel zwischen gegenseitiger Abscheu und dem Bedürfnis nach Nähe bilden die vier eine merkwürdige Ersatzfamilie – jeder von ihnen auf der Suche nach etwas, um das Loch in seinem Herzen zu stopfen, die innere Leere zu füllen. Unfähig, ihre Gefühle zu artikulieren, finden sie Erlösung nur durch Sex und Gewalt, im Ausleben von Fantasien, die andere Menschen sich nicht mal vorzustellen wagen. Moodysson rückt den Protagonisten mit seiner Kamera unerbittlich näher und näher, kehrt das Innere nach außen. Die Bilder sind extrem, sie sind schmerzhaft und sie lassen den Zuschauer keine Sekunde aus dem schrecklich faszinierenden Gemenge von Ekstase und Ekel entkommen. Noch eindringlicher aber sind die Gespräche und Monologe, die den Schmerz und die Verzweiflung der Charaktere schonungslos offen legen. Rickard, Gecko, Tess und Erik schaffen sich ihre eigene kranke Welt, denn an der Krankheit der Realität außerhalb ihrer vier Wände sind sie zerbrochen.

Zuerst veröffentlicht im Programheft des 12. Internationalen
Filmfest Oldenburg 2005
18.6.06 13:26


Crónicas

OmeU / EQU/MEX / 2004 / 98 min


R: Sebastián Cordero
D: Damián Alcázar, John Leguenzamo, Alfred Molina

»Una hora con la verdad« – »Eine Stunde der Wahrheit«, so heißt die TV-Sendung des Starreporters Manolo Bonilla. Mit Produzentin und Kameramann ist er in Ecuador auf der Jagd nach der nächsten heißen Story, auf den Spuren eines Kindermörders. Kaum angekommen, wird das Fernsehteam Zeuge versuchter Lynchjustiz. Vinicio Cepeda, selbst Stiefvater eines kleinen Jungen, wird der grausamen Taten beschuldigt und fast zu Tode getrampelt. Die Reporter wittern die Geschichte ihres Lebens - Vinicio soll zum unschuldig Verhafteten ausgebaut werden. Doch scheint er mehr Details über den Fall zu kennen, als ein wirklich Unschuldiger dürfte. Wahr ist, was das Fernsehen zeigt – schuldig oder unschuldig ist nur eine Frage der Berichterstattung. Die Manipulationskraft der Kamera kann das Gesicht eines Jedermanns gleichermaßen in das Antlitz des brutalen Mörders oder des bedauernswerten Opfers verwandeln. Sebastián Corderos atmosphärische Bilder aus den Slums Ecuadors brechen die Faszination des Fernsehens und erschüttern den Glauben in die Nachrichten. »Eine Stunde der Wahrheit« – nicht mehr als ein Euphemismus für die gut getarnte Sensationsgier professioneller Lügner.


Zuerst veröffentlicht im Programmheft des 12. Internationalen Filmfest Oldenburg 2006
18.6.06 13:23


G- Men From Hell

OV / USA / 2000 / 98 min


R: Christopher Coppola
D: William Forsythe, Tate Donovan, Barry Newman

Sie sind beileibe keine Engel. Die beiden FBI-Agenten Mike Mattress und Dean Crept scheuen sich nicht, das Gesetz auch mal nach ihren Wünschen auszulegen. Die Strafe folgt auf dem Fuß - beide sterben im Kugelhagel und landen prompt in der Hölle. Nach der ersten Begegnung mit dem streitsüchtigen Satan ist eines klar: Sie müssen hier so schnell wie möglich wieder weg. Das bedeutet, auf Erden nur noch gute Taten zu verrichten, um sich den Weg zum Himmel zu verdienen. Nicht so einfach, wenn man sein ganzes Leben der Order des FBI gehorcht hat und nicht mal sicher weiß, was eine gute Tat eigentlich ist. Da liegt es nahe, Detektiv zu werden und hilflose Damen vor finsteren Gestalten zu retten. Die hilflose Dame heißt Gloria, die vermeintlich finstere Gestalt ist ihr Angetrauter, der Millionär Greydon Lake. Als Greydon plötzlich ermordet wird, gelten Mattress und Crept für die Polizei nicht nur als Hauptverdächtige, sie haben auch noch den rachsüchtigen Teufel auf den Fersen, der keine seiner Seelen an die gute Seite verlieren will. Die Verfilmung des Kult-Comics »Grafik Muzik« von Mike Allred ist eine grelle Farce, die mitten hinein führt in die bizarre Stadt Snap City, die kein bisschen freundlicher ist als die Hölle selbst. Christopher Coppola gewann eine Starbesetzung bis in die Nebenrollen: Neben Tate Donovan und William Forsythe, als geläuterte Detektive aus der Hölle, agieren Gary Busey, Vanessa Angel, Barry Newman und Bob Goldthwait.

Zuerst veröffentlicht im Programmheft des 12. Internationalen Filmfest Oldenburg 2005
18.6.06 13:28


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